Bedarf an indizierter Prävention

Indizierte Prävention legt den Schwerpunkt auf Einzelpersonen, bei denen Risikofaktoren für Drogenprobleme wie beispielsweise eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) festgestellt wurden. Über Drogenpräventionsmaßnahmen für Jugendliche mit ADHS wird jedoch lediglich aus Deutschland und Schweden berichtet. In Deutschland gehen aktuelle Prävalenzschätzungen zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) von 2 % bis 6 % betroffener Kinder und Jugendlicher zwischen 6 und 18 Jahren aus. ADHS ist damit eines der häufigsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen. In Schweden schließt die Präventivstrategie für diese Kinder auch kognitives und soziales Training ein. Darüber hinaus werden in Schulungen für Mitarbeiter von Präventionsmaßnahmen einschlägige Verfahren vermittelt. Da fast alle Vorschulkinder von der medizinischen Primärversorgung erfasst werden und die meisten anderen Kinder die Grundschule besuchen, konnte der Großteil der gefährdeten Kinder im Rahmen systematischer Screenings und anschließender individueller Maßnahmen erkannt werden.

Im Aktionsplan Italiens liegt ein wichtiger Schwerpunkt auf den psychopathologischen Befunden und schweren Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen, die sehr wahrscheinlich zu Drogenkonsum und ‑missbrauch führen, wenn sie nicht in einem frühen Stadium behandelt werden. Zu den genannten Problemen gehören Verhaltensstörungen, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizit, Angststörungen im Zusammenhang mit Stimmungsstörungen, Bulimie und psychogene Adipositas, Persönlichkeitsstörungen, zwischenmenschliche Kommunikationsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen sowie Panikattacken. Als Reaktion sind sowohl universale als auch selektive Präventionsansätze vorgesehen.