Normative und strukturelle Maßnahmen

Kontrollmaßnahmen für legale Suchtmittel helfen bei der Schaffung der normativen Grundlagen, auf denen andere Präventionsmaßnahmen aufbauen können. Gesellschaftliche Normen, die Tabak- und Alkoholkonsum billigen und deren Einfluss auf das Verhalten tolerieren, sind wohlbekannte Risikofaktoren für eine aufgeschlossene Haltung gegenüber illegalen Drogen und deren Konsum (Becoña, 2002). Entgegen der landläufigen Meinung werden gesellschaftliche Normen mehr von Kontrollmaßnahmen als durch Kampagnen in den Massenmedien oder pädagogische Ansätze beeinflusst (Hawks et al., 2002; Canning et al., 2004). Eurostat (2002) hat Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums mit Indikatoren für die Rauchgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen in den Mitgliedstaaten verglichen. Dabei wurde ein Zusammenhang zwischen restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums (Werbeverbot, Mindestalter für den Erwerb, Beschränkungen usw.) und Rauchgewohnheiten festgestellt. In Ländern mit relativ lockeren Regelungen (z. B. Dänemark, Deutschland und Vereinigtes Königreich) wurden bei Jungendlichen höhere Raucherzahlen ermittelt als in Ländern mit restriktiveren Vorschriften (z. B. Frankreich, Schweden und Norwegen). Die Auswirkungen von Präventionsmaßnahmen sind bekanntermaßen begrenzt, wenn sie durch gesellschaftliche Normen und gesellschaftspolitische Maßnahmen konterkariert oder zumindest nicht unterstützt werden. Initiativen der EU und der WHO (Aspect Consortium, 2004) haben in diesem Bereich Erfolge erzielt, und die Mitgliedstaaten verknüpfen nun zunehmend Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums mit der Drogenprävention.