Neue Entwicklungen bei der Prävention

Die Werte und Verhaltensweisen des Einzelnen werden davon beeinflusst, was er in seinem sozialen Umfeld als Normalität empfindet. Dies gilt ganz besonders für Jugendliche. Wenn sie den experimentellen Cannabiskonsum als „normal“ und gesellschaftlich anerkannt empfinden (und die Droge als wenig riskant und leicht verfügbar einschätzen), könnte dies ihre Werte und Verhaltensweisen im Zusammenhang mit dem Cannabiskonsum entscheidend beeinflussen (Botvin, 2000). Aufgabe der Prävention ist es, Jugendlichen soziale und kognitive Strategien an die Hand zu geben, um mit diesen Einflüssen umzugehen. Es ist somit nicht realistisch, die Effizienz von Präventionsmaßnahmen anhand von Daten über den Drogenkonsum unter Jugendlichen zu bewerten, insbesondere anhand von Schätzungen über den experimentellen Konsum, da diese gesellschaftliche Normen und kein tatsächliches Problemverhalten widerspiegeln.

Stattdessen sollte die Prävention anhand einer Reihe eindeutiger Kriterien bewertet werden: klar definierte Ziele, Zielgruppen und Maßnahmen, die in den nationalen Strategien festgelegt sind und auf dem internationalen Wissensstand basieren; Maßnahmen zur Qualitätssicherung; Entwicklung selektiver Präventionsmaßnahmen und familienbasierter Prävention; Regulierungsmaßnahmen für legale Suchtmittel, um die gesellschaftlichen Normen zu verändern, die bestimmte Formen des Konsumverhaltens entschuldigen oder billigen.

Was die Evaluierung von Präventionsstrategien betrifft, so wurden in den neuen nationalen Strategien Frankreichs und Italiens insofern erhebliche Fortschritte erzielt, als sowohl die Rolle der Prävention als auch die Bedeutung strukturierter Programme und vorrangiger Aktionsbereiche klarer definiert wurden. In fast allen Mitgliedstaaten zeichnet sich eine Tendenz zu stärker strategisch ausgerichteten Ansätzen ab, und gefährdete Gruppen werden in zunehmendem Maße in der Gesamtplanung berücksichtigt.